Partner Bank AG: Wertpapier-Marktkommentar Ausgabe 1/26
Posted by Partner Bank Team 23 Jan 2026
• Rückblick auf ein erfolgreiches Aktienjahr 2025
• Börsen-Ausblick für 2026: Positive Fundamentaldaten überwiegen
• Goldpreis mit außergewöhnlichem Kursanstieg von mehr als 66 Prozent
2025 stand ebenso wie die beiden vorangegangenen Jahre im Zeichen stark steigender Börsenkurse.
Begleitet von einer lockeren Zinspolitik konnten die Aktienmärkte, allen voran die USA, dank hervorragender Unternehmensgewinne laufend neue Höchst-Stände „erklimmen“.
Die im Dezember zu Ende gegangene Berichts-Saison für das 3. Quartal weist in diesem Zusammenhang für den marktbreiten S&P 500-Index eine Steigerung von mehr als 13 Prozent gegenüber dem Vorjahres-Quartal auf.
Auch für das 4. Quartal ist gemäß Analysten mit einem Anstieg im Bereich von rund zehn Prozent zu rechnen. Die entsprechenden Zahlen werden ab Ende Jänner im Rahmen der mehrwöchigen Earnings Season von den jeweiligen Gesellschaften veröffentlicht.
Für den europäischen Markt gibt es keine zentralen Daten, die Schätzungen zur aggregierten Gewinn-Zunahme für den Euro Stoxx 50 liegen bei etwa vier Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024.
Ungeachtet dieser geringeren Profitabilität konnte der Index der 50 größten Unternehmen der Euro-Zone allerdings eine Jahres-Performance inklusive Dividenden von über 21 Prozent erzielen, was ziemlich genau dem Ergebnis des technologie-lastigen NASDAQ 100-Index auf Dollar-Basis entspricht.
Insgesamt ist über das vergangene Börsenjahr folgendes zu sagen: Die europäischen Märkte konnten speziell in den ersten Monaten das Jahres massive Zuflüsse internationaler Investoren verzeichnen, die das tiefe Bewertungs-Niveau für gezielte Engagements nutzten.
Erst nach dem deutlichen Rücksetzer der Aktienmärkte Anfang April, als von Donald Trump eine umfassende Neugestaltung der amerikanischen Zoll-Politik verkündet wurde, sind erneut verstärkte Veranlagungen in den USA getätigt worden.
Bevorzugtes Anlage-Thema blieb auch diesmal wieder Künstliche Intelligenz, auch wenn zuletzt die Marktbreite deutlich zugenommen hat, was vor allem im Hinblick auf die hohe Konzentration von Tech-Titel am US-Markt als positiv zu werten ist.
Per Ende Dezember betrug dieser Anteil, der sowohl „Information Technology“ als auch große Teile von „Communication Services“ umfasst, an die 45 Prozent, womit dieses Marktsegment absolut dominant geworden ist und für den weiteren Verlauf der US-Börsen in jeder Hinsicht maßgeblich ist.
Mittlerweile ist dieses „Klumpen-Risiko“ auch von vielen Anlegern wahrgenommen worden, was nun zu verstärkten Re-Positionierungen bzw. dosierten Umschichtungen in unterbewertete Marktsegmente geführt hat.
Mit einer Gesamt-Performance von fast 18 Prozent liegt der S&P 500 damit nur knapp hinter dem Index NASDAQ 100. Wegen der relativ starken Abwertung des Dollars verringert sich jedoch die Wertentwicklung von US-Investments auf Euro-Basis signifikant.
Fundamental-Analyse für 2026
Was die Aussichten für das heurige Jahr betrifft, so hat sich von den makro-ökonomischen Rahmenbedingungen nur wenig geändert.
Die Geldpolitik der US-Notenbank sollte ab Mai unter einem neuen Fed-Vorsitzenden mit großer Wahrscheinlichkeit expansiv bleiben. Nach drei Zins-Senkungen in 2025 ist davon auszugehen, dass der neue Chairman eine Politik betreiben wird, die sehr auf Linie des „Weißen Hauses“ liegt und den Vorstellungen von Präsident Trump entspricht.
Fallende Zinsen wirken traditionell positiv auf Aktienmärkte, jedoch sollte in diesem Kontext nicht vergessen werden, dass dazu die Inflation in den USA nicht weiter steigen darf. Da nach dem Shutdown bis dato kaum relevante Inflationszahlen zur Verfügung stehen, ist erst im Laufe des jetzigen Quartals mit verlässlichen Werten zu rechnen. Die letzten aussagekräftigen Zahlen sind vom September und zeigen eine Teuerung von drei Prozent zum Vorjahres-Monat.
Als weiterer wichtiger Faktor fungiert das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten. Dieses ist für das 3. Quartal mit 4,3 Prozent (auf das Gesamtjahr hochgerechnet) extrem stark ausgefallen. Gemäß Prognosen sollte damit das reale BIP für 2025 bei 1,9 Prozent liegen. Im Vergleich dazu beläuft sich dieses in der Euro-Zone auf gerade mal ein Prozent real.
Für heuer reichen die diesbezüglichen Schätzungen für die US-Wirtschaft von 1,2 bis 2,5 Prozent, der Konsensus beträgt aktuell 1,9 Prozent, was als ausreichend unterstützend für die Börsen zu sehen ist.
Die Zoll-Politik, die im abgelaufenen Jahr für eine allgemeine, globale Kurs-Korrektur gesorgt hat, dürfte vom Markt als gegeben angesehen werden. Als „neue Normalität“ sollte sie deshalb aus heutiger Sicht für keine weiteren Verunsicherungen am Markt sorgen.
Neben den genannten Makro-Daten, die in Summe als erfreulich einzustufen sind, sollten auch in diesem Jahr die erwarteten Gewinn-Steigerungen der amerikanischen Firmen zum zentralen Treiber der Aktienmärkte werden.
Die derzeitigen Meinungen an der „Wall Street“ bewegen sich für den Gesamtmarkt (S&P 500) in Richtung 15 Prozent, erneut angeführt vom Tech-Sektor mit einem prognostizierten Anstieg von beinahe 30 Prozent.
Zusammengefasst erscheinen somit die fundamentalen Bedingungen und Voraussetzungen auf der unternehmens- und volkswirtschaftlichen Ebene als durchwegs positiv.
Zu den bestehenden Risiko-Faktoren, die erwähnt werden müssen, gehört insbesondere die Geldpolitik in den USA, die unter Umständen auch restriktiv werden könnte, sofern es zu einem zoll-bedingten „Aufflackern“ der Inflation kommt.
Selbst wenn der Wunsch nach einer Lockerung seitens der Federal Reserve besteht, dürften Werte von vier Prozent und mehr einem solchen Vorgehen entgegenstehen.
Davon losgelöst sollte auch nicht vergessen werden, dass die bisherige Unabhängigkeit der amerikanischen Notenbank unter einem neuen Vorsitzenden auf dem „Spiel“ steht, wenn dieser zu einseitig im Sinne des Präsidenten agiert.
Vor allem die Anleihenmärkte könnten in dieser Hinsicht zu einem „Stolperstein“ werden, wenn durch internationale Abverkäufe von US-Anleihen die langfristigen Zinsen der Treasury Bonds nach oben getrieben werden, was mit hoher Sicherheit auch Auswirkungen auf die Aktienbörsen hätte.
Darüber hinaus bleibt die starke Konzentration des US-Marktes auf einige wenige Tech-Konzerne ein nicht wegzudiskutierendes Thema, obwohl die zunehmende Marktbreite eine leichte Entspannung der Lage erkennen lässt.
Angesichts der „ambitionierten“ Bewertungen vieler dieser Growth-Werte könnten die enormen Investitionen im KI-Bereich bei nicht ausreichender Rentabilität zu einer Re-Evaluierung der Titel führen.
Geopolitische Risiken wie kriegerische Auseinandersetzungen und dergleichen können naturgemäß in diese Betrachtung aufgrund ihrer Unvorhersehbarkeit nicht einbezogen werden.
Goldpreis mit beachtlicher Kurs-Rallye in 2025
Mit einer fast „unglaublichen“ Wertsteigerung von mehr als 65 Prozent in US-Dollar erlebte das Edelmetall einen Kursanstieg wie selten zuvor. Über drei Jahre erreicht die Performance mittlerweile ein Ausmaß von 140 Prozent.
Neben den Zentralbanken, die bereits seit 2022 in großen Mengen Gold erwerben, waren es im letzten Jahr erstmals wieder private und institutionelle Anleger, die „im großen Stil“ über Fonds-Konstrukte wie ETFs und ETCs als Käufer am Markt auftraten.
Die fundamentalen Hintergründe dieser Rallye lassen sich im Wesentlichen mit den herrschenden Unsicherheiten der Weltlage bis hin zu Inflations-Befürchtungen und ausufernder Staatsverschuldungen umreißen.
Fakt ist, dass Gold damit seine Bedeutung als strategischer Bestandteil von Portfolios mehr als deutlich untermauert hat.
Aktienmärkte im Dezember 2025
Für die amerikanischen Börsen verlief der Dezember weitgehend ruhig ohne nennenswerte Veränderungen.
Gerade einmal der Dow Jones-Index konnte dank gesuchter Value-Werte einen leichten Zugewinn verzeichnen. Anders hingegen die europäischen Märkte, die mit über zwei Prozent recht klar im Plus lagen.
Veränderung im Monat Dezember 2025 (alle Zahlen als Total Return-Werte inkl. Dividenden)
| USA: | S&P 500 | - 1,07% in EUR | ( 0,06% in USD) |
| NASDAQ 100 | - 1,80% in EUR | (-0,67% in USD) | |
| Dow Jones | - 0,23% in EUR | ( 0,92% in USD) | |
| Europa: | EuroStoxx 50 | 2,23% in EUR |
Veränderung seit Jahresanfang 2025 (Year-to-Date/alle Zahlen als Total Return-Werte)
| USA: | S&P 500 | 3,95% in EUR | (17,88% in USD) |
| NASDAQ 100 | 6,72% in EUR | (21,02% in USD) | |
| Dow Jones | 1,34% in EUR | (14,92% in USD) | |
| Europa: | EuroStoxx 50 | 21,20% in EUR |
Quelle: Bloomberg, eigene Darstellung
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