Oberösterreich Magazin - Neue Vorständin

 

29 Sep 2026

Vor knapp vier Monaten ist MMag.a Valerie Ritzinger in den Vorstand der Partner Bank mit Sitz in Linz aufgestiegen. Im Interview erzählt die 43-jährige Steirerin, was ihre Zukunftsvisionen für die Bank sind und warum die Juristin diesen Karriereweg eingeschlagen hat.

 

Sie sind seit knapp einem Monat in den Vorstand der Partner Bank AG aufgestiegen. Was sind Ihre Visionen und Ziele, die Sie in den nächsten fünf Jahren umsetzen möchten?

Die Bank besteht seit über 30 Jahren und verfügt über ein starkes Fundament. Seit jeher verfolgt sie die Vision, Kunden und Geschäftspartner langfristig mit einem sehr persönlichen „Touch“ zu begleiten. Das finde ich großartig – hier braucht es keine Veränderung, sondern vielmehr die bewusste Beibehaltung dieser Werte! Aktuell haben wir jedoch mehrere spannende Zukunftsprojekte in Arbeit, wie beispielsweise die technologische Weiterentwicklung unserer Plattform für Kunden und Berater. Diese möchte ich aktiv mitgestalten und prägen. Darüber hinaus liegt mir auch die regulatorische Seite, meine „berufliche Heimat“, besonders am Herzen. Hier möchte ich die Governance der Bank weiter stärken, damit sie in Zeiten permanenter und rascher Veränderungen robust bleibt.

 

Was zeichnet die Partner Bank AG gegenüber einem herkömmlichen Bankinstitut aus?

Die Partner Bank bietet das klassische Service einer Bank bei gleichzeitig sehr persönlicher, ich möchte sagen, geradezu familiärer Atmosphäre. Unsere Kunden kommen in den Genuss langfristiger Beratung und Begleitung, wir als Bank denken dabei generationenübergreifend. Das besonders Schöne ist: Diese Kultur wird auch innerhalb der Bank unter den Kolleginnen und Kollegen gelebt und wertgeschätzt.

 

 

 

Valerie Ritzinger spricht über ihren Karriereweg als Juristin

Den persönlichen „Touch“ bewahren und gleichzeitig die Zukunft gestalten: Vorständin MMag.a Valerie Ritzinger treibt die technologische Weiterentwicklung der Partner Bank voran.

Als Betriebswirtin und Juristin haben Sie sich auf den Bereich Compliance spezialisiert – wie kam das? Und was bereitet Ihnen dabei besondere Freude?

Offengestanden war das ein reines Zufallsprodukt, wie wahrscheinlich so vieles im Leben. Meine anfänglichen beruflichen Schritte haben mich in die Finanzmarktaufsicht geführt, und dort habe ich Regulatorik und Compliance sehr zu schätzen gelernt. Wir Menschen brauchen Regeln – ist so. Als Compliance-Verantwortliche ist man quasi wie ein hausinterner Ordnungshüter. Vielleicht schlagen hier meines Großvaters Gene durch, er war Polizist. Mir macht es Spaß, weil man auch kreativ sein kann und soll.

 

Das Thema Vermögensverwaltung und -vorsorge ist eines der größten in Ihrer Bank. Was würden Sie Ihren eigenen Kindern nach abgeschlossener Ausbildung raten in puncto Vorsorge zu tun?

Die Devise ist klar: so früh wie möglich beginnen, zu veranlagen! Es macht einen enormen Unterschied, ob ich mit 20 oder mit 30 Jahren zu veranlagen beginne. Und völlig egal, auch wenn man mit kleinen monatlichen Beträgen startet. Wichtig dabei ist auch Risikostreuung, soll heißen: Setze nie auf eine Karte. Meine Kinder sind noch minderjährig, aber wir haben bereits jetzt immer wieder unsere gemeinsamen „Investment-Meetings“. Das ist aus meiner Sicht nicht nur wichtig, sondern auch richtig lustig.

 

Finden Sie, dass speziell Frauen noch mehr auf ihre finanzielle Absicherung im Hinblick auf ihre Pension achten sollten, als sie das bisher schon tun?

Definitiv! Wir Frauen neigen zu erhöhter Vorsicht, vielleicht fehlt uns auch im Alltag einfach oft die Zeit und Muße, uns mit dem Vorsorgethema auseinanderzusetzen. Wertpapiere beinhalten Risiken, keine Frage. Aber heißt das, dass man als Frau mit erhöhtem Sicherheitsempfinden nicht veranlagen soll? Nein. Eine langfristige Anlagestrategie auf Basis einer vernünftigen Risikostreuung ist, gemeinsam mit anderen Faktoren wie zum Beispiel Wissensbildung für die Vorsorge und das Führen einer Einnahmen-Ausgaben-Rechnung, für eine sinnvolle Zukunftsvorsorge nicht wegzudenken.

 

Neue Vorständin Valerie Ritzinger über ihre Ziele und Pläne für die Partner Bank

Welche Möglichkeiten stehen Frauen beruflich in Ihrer Bank offen?

Buchstäblich alle. Ich glaube, ich selbst bin ein sehr aktuelles und gutes Beispiel dafür. Wir wollen, dass Frauen in der Bank dieselben Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen erfahren wie ihre männlichen Kollegen. Tatsächlich ist ein großer Teil meiner Kolleginnen weiblich, und sie finden sich in der Bank auch in zahlreichen Schlüsselpositionen wieder.

 

Die Partner Bank AG bietet spezielle Finanzbildungsprogramme für Frauen an. Warum machen Sie das und was genau passiert dort?

Wir sind der Meinung, dass vor allem Frauen und Familien immer noch mehr Unterstützung und Begleitung benötigen, um sich dem Thema Veranlagungen anzunehmen, und wollen diese leicht zugänglich anbieten. Wir bieten zum Beispiel den sehr beliebten Female Finance Podcast „Wirklich reich. Wir reden über mehr als nur Geld“, an.

 

Interview und Fotos: Richard Haidinger

 

Das vollständige Interview mit Valerie Ritzinger lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der Oberösterreicherin: