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Sicher ist: Der Umgang mit Geld, den wir in der Kindheit erfahren, prägt unsere Finanzen im Erwachsenenalter. Unser Schulsystem sieht kein Fach vor, das den Umgang mit Geld lehrt, so müssen Kinder von ihren Eltern lernen. Denn: Schon in der Kindheit wird der Meilenstein für die finanzielle Zukunft gelegt.

Geld ist für Kinder nicht fassbar. Die Erfahrung, woher es kommt und was man dafür bekommt, fehlt. Ab einem Alter von ca. 7 Jahren entwickelt sich allmählich das Verständnis für Geld. Um Kindern einen Weg in eine gute finanzielle Zukunft zu sichern, braucht es einen Plan, eine Vorbereitung.

6 Tipps, wie Kinder den richtigen Umgang mit Geld lernen

1. Kaufprozess sichtbar machen
Dazu gehört, dass Kinder in den Prozess und in Diskussionen eingebunden werden, der zu einem Kauf führt. Denn Kinder denken schnell, dass Geld achtlos ausgegeben wird, weil es sowieso vorhanden ist. Das Kind soll erfahren, dass manche Sachen zu teuer sind und Anschaffungen sorgsam abgewogen werden. Dabei kann auch die Tochter oder der Sohn in Entscheidungen eingebunden werden. Beispielsweise, ob beim nächsten Familienurlaub ein 4-Sterne Hotel oder ein günstigeres Appartement gebucht werden soll.

2. Budgets gemeinsam verwalten
Um Geld erklärbar zu machen, sollen Eltern mit Budgets arbeiten. Ist ein Budget für einen Einkauf festgelegt, sollen Kinder auch bei der Aktion mit dabei sein. Die Dinge, z.B. Lebensmittel, die eingekauft werden, werden dem zuvor bestimmten Budget gegenübergestellt. Wenn dieses aufgebraucht ist, kann man auch nicht mehr einkaufen. Einem Jugendlichen kann man beispielsweise die Aufgabe stellen, mit dem Taschengeld statt nur ein Wochenende eine ganze Woche auszukommen.

3. Unterschied zwischen „wollen“ und „brauchen“ aufzeigen
Wir leben in einer Konsumgesellschaft. Es ist wichtig, gemeinsam mit dem Kind zu reflektieren, brauchen wir gewisse Dinge wirklich, oder lassen wir uns vom Konsumfieber anstecken. Ein neues Smartphone muss her, weil es alle Klassenkameraden haben. Gut, dann aber bitte nicht mit Mamas oder Papas Geld. Zeigen Sie Ihrem Kind, wie lange es dauert, das Geld für ein neues Smartphone beiseite zu legen und lassen Sie es mit dem eigenen Taschengeld darauf sparen.

4. Geduld lehren
Zeit ist ein entscheidender Einflussfaktor, wenn es um Geldwachstum geht. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Wünsche, über langfristige Ziele, wie zum Beispiel die Anschaffung eines neuen Fahrrads. Es braucht Disziplin, diese Summe zu sparen. Verwenden Sie auch Grafiken, um dieses Ziel zu visualisieren.

5. Je früher man beginnt, desto eher erreicht man das Ziel
Es ist niemals zu früh, mit dem Sparen zu beginnen. Eine Möglichkeit ist, dem Kind drei durchsichtige Behältnisse zur Verfügung zu stellen. In eines kommt das Geld, über das es frei verfügen kann. In das zweite das Geld für Fixausgaben, z.B. Kosten für´s Smartphone. Das dritte wird zum Ansparen verwendet. So sieht das Kind, wie das Geld „wächst“ und entwickelt ein Bewusstsein für Budgets. Nehmen Sie Ihr Kind auch mit zur Bank und zeigen Sie ihm das Sparguthaben. So lernen Kinder auch, woher das Geld kommt und sind eher davor gefeit, später Schulden anzuhäufen.

6. Mit Erspartem auch Gutes bewirken
Von klein auf zu lernen mit einem Teil des Ersparten auch Gutes bewirken zu können: zum Beispiel einem Nachbarn in Not zu helfen oder Kindern, denen es nicht so gut geht zu helfen, lehrt Kinder von Anfang an auch Verantwortung und Empathie für andere zu haben.

Wer mit Kindern die schönste Zeit des Jahres genießt, kennt die kleinen und größeren Dramen, wenn es um Geld für Souvenirs, Spielzeug und andere schöne Dinge am Urlaubsort geht. Aber gerade ein gemeinsamer Urlaub eignet sich hervorragend für die Finanzerziehung von Kindern, nicht zuletzt um ihnen auch ein Gefühl für den Wert des Geldes in einer oftmals papiergeldlosen Zeit zu geben. Auch kann den Kindern einfach vor Augen geführt werden, dass im Vorfeld gespart wurde, um einen Urlaub leistbar zu machen.

Ein paar einfache Regeln in Sachen Urlaubsbudget sollten im Vorfeld überlegt werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Budget zu planen. Andrea Bodner, Leiterin des Service Center und Vermögensberaterin bei der Partner Bank sowie Mutter eines Sohnes, gibt Tipps für die Planung:

Budget nach Themen
Eine einfache und übersichtliche Möglichkeit ist es, das geplante Urlaubsbudget nach Themen einzuteilen. So wird zum Beispiel ein Gesamtbudget von 2.000,-- Euro in kleinere Positionen für Essen, Eintritte, Ausflüge und Mitbringsel aufgesplittet.

Unterkunft:
Mit größeren Kindern kann man bereits im Vorfeld die Art der Unterkunft besprechen und die Vor- und Nachteile auch aus finanzieller Sicht darstellen. Der Nachwuchs kann dann mitentscheiden. Soll es zum Beispiel ein 3- oder 4-Sterne-Hotel sein oder ein günstigeres Appartement, wo man sich selbst verpflegen kann und dafür mehr Budget für Ausflüge zur Verfügung hat.

Essen:
Hier können auch jüngere Kinder mitentscheiden, ob es jeden Tag ins Restaurant geht oder ob an einem Abend ein Sandwich mal reicht, um etwas Geld einzusparen.

Ausflüge und Eintritte:
Was alles besichtigt werden soll, kann man auch im Vorfeld absprechen. 2-3 fixe Ausflüge können ins Budget aufgenommen werden, sollten sich noch weitere Attraktivitäten ergeben, kommt das Thema „Reserven“ zum Zug.

Reserven für spontane Aktivitäten:
Gut beraten ist man, wenn für unvorhergesehene oder spontane Aktionen, wie zum Beispiel der Besuch eines Wasserparks, eine Schifffahrt oder ein anderer zusätzlicher Ausflug noch ein finanzieller Puffer eingeplant wird. Und vor allem Kindern kann man damit eine große Freude machen.

 

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